Ziele erreichen -
Wünsche erfüllen
Ideen umsetzen und konsequent langfristig
dementsprechend Handeln.
Nischen für die Natur erhalten oder entwickeln.
Der "Grüne Hahn" - Das Umweltzertifikat
Projektstart: BiCK – BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden
Seit 2021 unterstützt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Kirchengemeinden mit kirchlichen Friedhöfen dabei, den tiefgreifenden Wandel der Bestattungskultur aktiv zu gestalten. Die klassische Erdbestattung im Sarg nimmt seit Jahren deutlich ab. Gleichzeitig steigen Feuer- und Urnenbestattungen kontinuierlich an. Heute werden in Deutschland bereits rund 80 Prozent aller Verstorbenen eingeäschert und anschließend in Urnengräbern beigesetzt. In Norddeutschland liegt der Anteil vielerorts ebenfalls bei rund 80 Prozent oder darüber. Auch alternative Bestattungsformen wie See- und Waldbestattungen in „RuheWald“- oder „FriedWald“-Anlagen gewinnen weiter an Bedeutung.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig: Viele Angehörige wünschen sich pflegeleichte Grabformen. Familien wohnen heute oft nicht mehr am selben Ort oder Kinder leben weit entfernt von ihren Eltern. Hinzu kommen steigende Kosten und der hohe zeitliche Aufwand für die Grabpflege. Große Familiengräber werden deshalb immer häufiger aufgegeben oder verkleinert.
Durch den Trend zu Urnenbestattungen werden auf vielen Friedhöfen größere Flächen frei. Urnengräber benötigen deutlich weniger Platz als klassische Erdgräber. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Bestattungen insgesamt. Friedhofsträger stehen deshalb vor der Aufgabe, große Flächen wirtschaftlich, nachhaltig und zugleich würdevoll zu gestalten.
In der Praxis entstanden vielerorts große Rasenflächen oder pflegearme Grabfelder. Diese sind zwar einfacher zu mähen und zu unterhalten, wirken jedoch häufig karg und wenig lebendig. Angehörige wünschen sich dagegen oft grüne, blühende und würdevolle Orte der Erinnerung. Auch aus Sicht des Umwelt- und Insektenschutzes ist ein Umdenken notwendig: Häufiges Mähen und intensive Pflege reduzieren die Artenvielfalt und zerstören wichtige Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere!
BiCK – BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden
Mit dem Projekt „BiCK – BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden“ startete die Landeskirche Hannovers gemeinsam mit weiteren kirchlichen Partnern 2021 umfangreiche Aktivitäten zur Förderung der biologischen Vielfalt auf kirchlichen Flächen und Friedhöfen. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Insgesamt stehen mehrere Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.
Ziel des Projektes ist es, kirchliche Friedhöfe und Außenflächen ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig als lebenswerte, nachhaltige und würdevolle Orte weiterzuentwickeln. Friedhöfe sollen zu wichtigen Rückzugsorten für Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere werden und auch als "Trittsteinbiotop" im Biotopverbund dienen.
Häufig umgesetzte Maßnahmen auf Friedhöfen
Seit 2021 wurden auf vielen kirchlichen Friedhöfen zahlreiche Maßnahmen umgesetzt:
- Anlage von Wildblumenwiesen und Blühflächen
- Pflanzung heimischer Stauden, Sträucher und Hecken
- Reduzierung der Mähhäufigkeit zum Schutz von Insekten
- Schaffung naturnaher Grabfelder
- Anbringen von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse
- Bau von Insektenhotels und Totholzbereichen
- Anlage kleiner Teiche und Naturflächen
- Entsiegelung befestigter Wege und Flächen
- Umgestaltung großer Rasenflächen zu artenreichen Lebensräumen
- Schulungen und Beratungen für Mitarbeitende und Ehrenamtliche
Zudem wurden sogenannte „Schöpfungsbotschafterinnen und Schöpfungsbotschafter“ ausgebildet, die Gemeinden und Friedhofsträger bei Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen begleiten.
Förderung durch die Bingo-Umweltstiftung und weitere Partner
Auch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützte zahlreiche Projekte auf kirchlichen Friedhöfen. Gefördert wurden unter anderem Blühflächen, Streuobstwiesen, naturnahe Pflanzungen, Umweltbildungsangebote und Maßnahmen zum Schutz heimischer Tierarten.
Weitere Förderer und Partner von Umweltprojekten waren unter anderem:
- Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- Bundesministerium für Umwelt
- Europäische Förderprogramme
- Land Niedersachsen
- regionale Umweltstiftungen
- Kommunen und Naturschutzverbände
- u.a.
Die Projekte verfolgten mehrere Ziele gleichzeitig:
- Förderung der biologischen Vielfalt
- Schutz von Insekten und heimischen Tierarten
- nachhaltige und wirtschaftliche Friedhofspflege
- Schaffung würdevoller Aufenthaltsorte für Angehörige
- Klimaschutz und Verbesserung des Stadtklimas
- Sensibilisierung für Natur- und Umweltschutz
Viele dieser Ziele konnten bereits erfolgreich umgesetzt werden. Zahlreiche Friedhöfe wurden ökologisch aufgewertet und entwickeln sich heute zu wichtigen grünen Rückzugsräumen in Städten und Gemeinden. Blühflächen, naturnahe Grabfelder und reduzierte Pflegekonzepte fördern nicht nur die Artenvielfalt, sondern schaffen zugleich freundlichere und lebendigere Orte des Erinnerns. Es braucht jetzt Geduld bis die Pflanzen sich entwickelt haben.
Umweltmanagement „Grüner Hahn“
Ein weiterer wichtiger Baustein für nachhaltige Friedhofsentwicklung ist das kirchliche Umweltmanagement „Grüner Hahn“. Dieses Zertifizierungssystem basiert auf den europäischen EMAS-Standards (Eco-Management and Audit Scheme) und unterstützt Kirchengemeinden dabei, Umwelt- und Klimaschutz dauerhaft und strukturiert in ihre Arbeit zu integrieren.
Der St. Marien Friedhof in Himmelpforten erhielt im Dezember 2025 die Zertifizierung „Grüner Hahn“. Grundlage hierfür war ein umfangreicher Umweltbericht sowie die Einführung eines systematischen Umweltmanagements.
Ziel des „Grünen Hahns“ ist es, Umweltbelastungen dauerhaft zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und nachhaltiges Handeln fest in kirchlichen Einrichtungen zu verankern. Gleichzeitig sollen Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Besucherinnen und Besucher für Umwelt- und Klimaschutz sensibilisiert werden.
Wesentliche Inhalte des Umweltmanagements
Das Umweltmanagement nach EMAS umfasst unter anderem:
- Erfassung und Bewertung aller umweltrelevanten Bereiche
- Analyse von Energie-, Wasser- und Ressourcenverbrauch
- Entwicklung konkreter Umweltziele und Maßnahmenpläne
- regelmäßige Überprüfung der Fortschritte
- Dokumentation aller Maßnahmen im Umweltmanagement-Handbuch
- Beteiligung von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen
- kontinuierliche Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes
Das Handbuch des Umweltmanagements beschreibt dabei alle wichtigen Abläufe, Zuständigkeiten und Ziele. Dazu gehören beispielsweise:
- nachhaltige Pflege von Grünflächen
- Förderung der Biodiversität
- Reduzierung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen
- umweltfreundlicher Maschineneinsatz
- sparsamer Umgang mit Wasser
- Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel
- naturnahe Gestaltung freier Friedhofsflächen
- Förderung heimischer Pflanzen- und Tierarten
- Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Die Zertifizierung zeigt, dass Friedhöfe nicht nur Orte der Erinnerung sind, sondern zugleich wichtige ökologische Räume und Vorbilder für nachhaltiges Handeln werden können.
Quellen: Landeskirche Hannovers, Projekt BiCK, Bundesamt für Naturschutz, Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen.
Quellen und weiterführende Informationen:
- Landeskirche Hannovers – Projektstart Biodiversität
- BiCK – Biodiversitätscheck in Kirchengemeinden
- Biodiversität auf Friedhöfen
- Zahlen zu Urnen- und Sargbestattungen in Deutschland
Die Schöpfungsbotschafterin und Umweltmanagementbeauftragte des St. Marien Friedhofes sagt Danke an alle, die uns unterstützten und weiter unterstützen.
Erstellt ChatGPT mit Prompt von S. Romund, korrigiert und ergänzt 19.5.2026

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